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Akkordfolgen

Die diatonische Familie

Jede Tonart hat sieben „Heim“-Akkorde. Eine Akkordfolge ist nur ein Pfad durch sie hindurch — wähle eine Tonart, wähle eine Akkordfolge und beobachte, welche Familienmitglieder verwendet werden.

Tonart
Akkordfolge
ICDur
iiDmMoll
iiiEmMoll
IVFDur
VGDur
viAmMoll
vii°Bdimverm.
Pfad
CIGVAmviFIV

Der „Vier-Akkorde-Popsong“ — jeder zweite Top-40-Hit der letzten 30 Jahre.

Was eine Akkordfolge ist

Eine Akkordfolge ist ein Weg durch die diatonische Akkord-Familie einer Tonart. Jeder Akkord hat eine Funktion (er will irgendwohin gehen oder möchte verweilen), und die Reihenfolge dieser Funktionen bestimmt den emotionalen Bogen eines Songs — ruhige Strophe, aufgehender Chorus, Spannung in der Bridge, Rückkehr nach Hause.

Dieser Trainer spielt eine kurze Akkordfolge (3–8 Akkorde) und bittet dich, sie aus einer Liste kanonischer Muster zu benennen. Der Grundton wird bei jedem Prompt neu gewürfelt, damit du die Folge nicht an den konkreten Tönen erkennst — du lernst das Funktionsmuster, nicht die Tonhöhen.

Was „Funktion" bedeutet

Jeder diatonische Akkord spielt eine Rolle:

  • Tonika (I, vi) — Zuhause. Ruhig. Der Akkord, auf dem man verweilen kann.
  • Subdominante (ii, IV) — Bewegung weg von Zuhause. Baut sanfte Spannung auf.
  • Dominante (V, vii°) — zieht stark zur Tonika. Maximale Spannung; „fast Zuhause."

Die meisten Akkordfolgen kreisen: Tonika → Subdominante → Dominante → Tonika. Das ist die zugrundeliegende Bewegung, auf die du lauschst — unabhängig davon, welche konkreten Akkorde verwendet werden.

Die Grafik oben ermöglicht es, kanonische Akkordfolgen durchzuklicken und zu sehen, welche Familienmitglieder jeweils vorkommen.

Referenzaufnahmen

Verknüpfe jede Akkordfolge mit einem Song, damit du einen hörbaren Anker hast:

Akkordfolge Song
I–V–vi–IV „Let It Be" — Beatles. „With or Without You" — U2. Die halbe Popmusik.
I–vi–IV–V „Stand By Me" — Ben E. King. „Every Breath You Take" — The Police.
I–IV–V Jeder 12-Takt-Blues. „La Bamba". „Twist and Shout".
ii–V–I Die meisten Jazzstandards. „Autumn Leaves" kreist darum.
I–V–vi–iii–IV–I–IV–V Pachelbels Kanon.
vi–IV–I–V „What Goes Around" — Justin Timberlake. Dieselben vier Akkorde wie I–V–vi–IV, nur ab vi gestartet.
Andalusisch (i–VII–VI–V) „Hit the Road Jack". Flamenco-Rhythmen.
ii°–V–i (Moll) Die meisten Moll-Standards. Die siebte Stufe ist vermindert.

Wenn du diese Einstiege singen kannst, erkennst du die Akkordfolge auch ohne den Trainer.

Hörstrategie

  1. Zuerst Akkorde zählen. Wie viele unterschiedliche Akkorde hörst du? Die meisten Pool-Akkordfolgen haben 3–4. Pachelbels Kanon ist der offensichtliche längere Ausreißer.
  2. Die I. Stufe finden. Das „Zuhause"-Gefühl erscheint am häufigsten am Anfang oder nach einem starken V. Halte fest, wo Zuhause ist.
  3. Den Bass verfolgen. Der Bass spielt meist den Akkordgrundton; die Grundton-Bewegung zu verfolgen ist der schnellste Weg zur Akkordfolge.
  4. Auf V → I hören. Dieses „Spannung löst sich ins Zuhause" ist der stärkste funktionale Hinweis. Wenn du es hörst, hast du die Kadenz.
  5. Mit dem Referenz-Song vergleichen. Summe den Beginn von „Let It Be" im Kopf, während der Prompt läuft — passt es?

Warum das wichtig ist

Akkordfolgen-Erkennung ist die einzelne größte Fähigkeit für Songschreibende und Improvisierende. Sobald du „die Akkorde sind I–V–vi–IV" in wenigen Sekunden benennen kannst, kannst du:

  • Ein Cover in fünf Minuten nach Gehör lernen.
  • Über jeden neuen Song improvisieren, ohne Akkordblätter zu kritzeln.
  • Den strukturellen Unterschied zwischen Strophe und Chorus sofort erkennen.
  • Akkordfolgen absichtlich schreiben statt zufällig.

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