Akkordarten
Anatomie eines Akkords
Jede Akkordart ist ein einzigartiger Stapel von Intervallen über dem Grundton. Wechsle die Akkordart, um zu sehen, welche Halbtöne sich ändern.
Offen, aufgelöst — der klassische „fröhliche“ Akkord.
- R
- Grundton
- M3
- große Terz · +4 Halbtöne
- P5
- reine Quinte · +7 Halbtöne
Die Achse ist in Halbtönen kalibriert — von links nach rechts lesen. Ein C-Dur-Dreiklang ist C (R), E (M3, vier Schritte rechts), G (P5, sieben Schritte rechts). Ändere den Grundton und der ganze Stapel rutscht; die Form bleibt.
Was „Akkordklang" wirklich bedeutet
Der Akkordklang ist die Farbe des Akkords, unabhängig von seinem Grundton. Ein C-Dur und ein F-Dur klingen beide dur, weil sie dasselbe Intervall-Rezept teilen (Grundton, große Terz, reine Quinte). Ein c-Moll klingt anders als C-Dur, weil ein Intervall einen Halbton nach unten verschoben wurde — und genau dieser eine Halbton ist es, den dein Gehör lernt zu hören.
Dieser Trainer fragt nur nach dem Klang. Der Grundton ist verborgen — der Prompt könnte ein C-, Fis- oder B-Akkord sein, aber die Antwort ist immer einer von Dur, Moll, verm., überm., gr. Sept., kl. Sept., Dom7, sus2 oder sus4.
Klänge auf einen Blick
| Klang | Rezept | Was ihn auszeichnet |
|---|---|---|
| Dur | Grundton · gr. Terz · r. Quinte | Hell, aufgelöst. Der „Standard". |
| Moll | Grundton · kl. Terz · r. Quinte | Die Terz sinkt einen Halbton. Reflektiert. |
| vermindert | Grundton · kl. Terz · Tritonus | Terz und Quinte fallen. Angespannt. |
| übermäßig | Grundton · gr. Terz · kl. Sexte | Die Quinte steigt einen Halbton. Schwebend. |
| gr. Septakkord | Grundton · gr. Terz · r. Quinte · gr. Septime | Dur mit „sattem" Abschluss — einen Halbton unter der Oktave. |
| kl. Septakkord | Grundton · kl. Terz · r. Quinte · kl. Septime | Moll mit weichem, jazz-funky Abschluss. |
| Dominantseptakkord | Grundton · gr. Terz · r. Quinte · kl. Septime | Dur-Dreiklang mit kleiner Septime. Der bluesige, rastlose Klang. |
| sus2 | Grundton · gr. Sekunde · r. Quinte | Die Terz wird durch eine Sekunde ersetzt. Mehrdeutig. |
| sus4 | Grundton · r. Quarte · r. Quinte | Die Terz wird durch eine Quarte ersetzt. Will sich auflösen. |
Die Grafik über diesem Abschnitt zeigt dieselbe Geschichte bildlich — jeder Akkord ist ein anderer Punkt-Stapel auf der Halbton-Leiter.
Hörstrategie
- Erster Durchgang: Dreiklang oder Septakkord? Septakkorde haben eine deutlich dichtere, dissonantere Textur als Dreiklänge. Wenn es sich „dichter als ein Grundakkord" anfühlt, ist ein Septakkordtyp wahrscheinlich.
- Zweiter Durchgang: große oder kleine Terz? Die Terz ist der Hell-Dunkel-Schalter. Summe den tiefsten Ton (Grundton), dann summe den höchsten der zwei untersten Töne, die du hörst — das ist in etwa die Terz. Klingt sie nach oben zu einer großen Terz, bist du im Dur / Dom7 / gr. Sept.-Bereich. Klingt sie enger und dunkler, bist du im Moll / kl. Sept. / vermindert-Bereich.
- Dritter Durchgang: Ausnahmen. Übermäßige und Suspended-Akkorde fühlen sich überhaupt nicht nach einer normalen Terz an — sie wirken auf eine spezifische Weise „unaufgelöst". Vermindert klingt knackig, weil der Tritonus das dissonanteste Intervall der westlichen Tonalität ist.
Typische Vorkommen jedes Klangs
Wenn du weißt, wo jeder Klang in der Popmusik vorkommt, hast du Referenzaufnahmen zum Vergleich:
- Dur — fast jeder Popsong in Durtonart. Probiere den Einstieg von „Let It Be".
- Moll — Balladen in Molltonart. Adeles „Someone Like You" beginnt mit einem Moll-Akkord.
- vermindert — Durchgangsakkorde in Jazz und Ragtime. Der Akkord vor der Auflösung ist oft kurz vermindert.
- übermäßig — Beatles' „From Me to You" Intro; im James-Bond-Thema sind übermäßige Einwürfe zu hören.
- gr. Septakkord — Steely Dan, Bossa Nova, Mac DeMarco. Satt und schwebend.
- kl. Septakkord — Funk, R&B, Neo-Soul. D'Angelo, Princes ruhigere Songs.
- Dominantseptakkord — jeder Blues-Turnaround, immer. Das gesamte Genre baut auf Dominantseptakkorden auf.
- sus2 / sus4 — Power-Pop, U2 (The Edge liebt sus4), Tom Pettys „Free Fallin'".